Straßburg 1560-1600. Der künstlerische Aufbruch. VERLÄNGERUNG

© Strasbourg, 1560-1600. Le renouveau des arts.
  • Straßburg 1560-1600. Der künstlerische Aufbruch. VERLÄNGERUNG

    Im ausgehenden 16. Jahrhundert war Straßburg dank seiner privilegierten geografischen Lage im Herzen Europas ein bedeutendes Zentrum für Kunst. Die Ausstellung möchte diese noch recht unbekannte Spätphase der Renaissance beleuchten. Nach einem Einbruch im Anschluss an die Reformation kam es in Straßburg zu einem Wiedererwachen der Künste. Darüber ist bis heute nicht viel bekannt, da ein Großteil der Kunstwerke verschwunden ist oder in alle Winde zerstreut wurde. Die Ausstellung soll diese Spätphase der Renaissance beleuchten, die dadurch geprägt wurde, dass das neue Regelwerk der Ornamentik, das von den Regeln der Antike inspiriert wurde, die gesamte Kunst durchdrang und von Künstlern und Kunsthandwerkern sämtlicher Fachrichtungen aufgegriffen wurde. Es geht auch um eine allgemeinere Einordnung, die sowohl die literarische Produktion als auch die Dynamik des Bildungs- und Wissenschaftsbereichs oder die Verlagsproduktion betrifft. Den bedeutendsten Beitrag leisteten zwei herausragende Künstlerpersönlichkeiten, die zugleich Zeichner und Graveure waren und als Maler Wände gestalteten. Sie führten in Straßburg die Ornamentik des Manierismus ein. Tobias Stimmer (1539-1584), ein produktiver Holzschneider, schuf zudem das Dekor der berühmten monumentalen astronomischen Uhr des Münsters. Seine unlängst restaurierten, grau in grau auf Leinwand ausgeführten Entwürfe der Skulpturen der Uhr (um 1571) werden erstmals öffentlich gezeigt. Die fantastisch anmutenden Illustrationen aus den drei Bänden der Abhandlung Architectura von Wendel Dietterlin (1551-1599) erstaunen durch ihre überschwängliche Verve und das überbordende Dekor. Ihr Einfluss reicht bis in die Barockzeit hinein. Dietterlin ist außerdem für seine zahlreichen Wandgemälde bekannt.

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Strasbourg
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