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Kapelle Notre-Dame du Chêne
Die als historisches Baudenkmal gelistete Kapelle ist eine der ältesten Marienwallfahrtsstätten im Elsass. Mit der Legende, die sie umgibt, ihrer reichen Geschichte und ihrer idyllischen Umgebung fehlt es dieser Stätte nicht an Charme. Die Kapelle ist über den Radweg entlang des Rhein-Rhône-Kanals leicht zu erreichen: Was liegt da näher, als eine schöne Radtour dorthin zu unternehmen?
Die Geschichte der Kapelle beginnt im Jahr 1444. Adam Zorn, der Herr von Plobsheim, geriet in Schwierigkeiten, als er gegen die Armagnaken kämpfte. Er versprach daher, eine Kapelle zu Ehren Mariens zu bauen. Nachdem er unversehrt zurückgekehrt war, vergaß er jedoch sein Versprechen. Der Legende nach folgte er bei der Jagd in einem Eichenwald (wahrscheinlich eine alte Druidenkultstätte) einer Taube, die ihn zu einer Marienstatue führte und ihn an sein Versprechen erinnerte. Daraufhin ließ er 1454 an dieser Stelle eine Kapelle errichten. Die Statue steht dort auf einem Altar, der aus Eichenholz geschnitzt ist – worauf auch der Name der Kapelle hinweist: Unsere Liebe Frau von der Eiche.
Der Chor wurde Ende des 15. Jahrhunderts an die Kapelle angebaut, als die Bäckerzunft sie zu einem Wallfahrts- und Prozessionsort machte (die Zorns waren die mächtigen Beschützer der Zunft).
Die Kapelle erlebte eine wechselvolle Geschichte: Nach der Reformation war sie über 100 Jahre lang geschlossen, während der Revolution wurde sie geplündert und zerstört. Sie wurde mehrmals verkauft und fiel in die Hände von Gläubigern. Schließlich wurde sie 1866 mit der Hilfe von Baron Félix de Dartein von der Plobsheimer Kirchengemeinde zurückgekauft. Nachdem Bau des Rhein-Rhône-Kanals im 19. Jahrhundert wurden hier die Kinder der Binnenschiffer getauft.
Im 17. Jahrhundert wurde die erste Statue durch eine neue ersetzt, die aus dem ursprünglichen Eichenholz geschnitzt wurde. In der Zeit der Revolution wurde sie versteckt und entkam der Zerstörungswut. Seitdem befindet sie sich in einem spätgotischen Tabernakel aus dem 19. Jahrhundert: Ein ausgehöhlter Baumstamm und Eichenzweige erinnern an die ursprüngliche Nische der Statue, die man nun durch eine Kopie ersetzt hatte.
Die Kapelle ist heute von Feldern umgeben. Bemerkenswert sind ihr vieleckiger Chor mit doppeltem Kreuzrippengewölbe und das daran angebaute Fachwerkhäuschen, der ehemalige Wohnsitz eines Einsiedlers. Zwei Malereien aus dem späten 15. Jahrhundert schmücken das Kirchenschiff: An der Decke ist eine glorreiche Jungfrau und über der Seitentür eine hilfreiche Jungfrau dargestellt. Die Glasfenster im Renaissance-Stil stammen aus dem Jahr 1946 und wurden von den Gebrüdern Ott aus Straßburg entworfen: Sie erzählen die Geschichte von Adam Zorn.
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